Am Dienstag, 17. Mai um 17.15 Uhr referiert Dr. Marita Haller-Dirr zum Thema «’Du schwarz, ich weiss.’ Afrika-Vorstellungen der Schweizer Kapuziner-Brüder und Baldegger Schwestern im 20. Jahrhundert».
Seit 1921 waren Schweizer Kapuziner-Brüder und Baldegger Schwestern in Ostafrika als Missionare und Missionarinnen tätig. Die Brüder und Schwestern gingen aus tiefster christlicher Überzeugung und ohne grosse kulturelle Vorbereitungen nach Afrika, um zu missionieren, also nach europäischem Muster Lebensweisen zu ändern. Insofern ist ihr Tun als Sendungsgeschichte westlicher Prägung zu sehen. Die Missionsgeschichte Afrikas ist zuerst einmal ein Kapitel europäischer Kirchengeschichte. Man wollte Gott bringen und geben, weil man glaubte, ihn zu besitzen, und reduzierte zum Teil Evangelisierung auf blosse christliche, westliche Systemerweiterung. Man verpflanzte Institutionen, Symbole, Begriffe und Moralvorstellung aus der christlich-europäischen Kultur fraglos in andere Kulturen. Diese Meinung lag im Trend der Zeit, aber sie verfälschte das Bild von Afrika. Dieses Bild soll erarbeitet werden anhand von verschiedenen Berichten und Briefen, welche von Brüdern und Schwestern geschrieben wurden, anhand von Fotos und Filmen, die sie zu Werbezwecken in die Schweiz schickten und anhand der Methoden, wie Spenden gesammelt werden sollten. Dazu gehören die Missionschilbi, die Fasnachsneger, das Nicknegerli, die Bezahlung einer Heidenkindtaufe, der Seraphische Messbund und vieles mehr.
Ort: Union, Löwenstrasse 16, Raum U 1.03 (grosser Festsaal im 1. OG).
Mehr Informationen zur Reihe unter Abendvorträge.