Ausstellung

  Der Zweite Weltkrieg verwüstete nicht nur Europa, sondern auch weite Teile der Dritten Welt. Allein China hatte mehr Tote zu beklagen als Deutschland, Italien und Japan zusammen. Millionen von (Kolonial-)Soldaten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika kämpften an vorderster Front mit, um die Welt von Naziterror und japanischem Grossmachtwahn zu befreien. Anerkennung fanden sie in Europa dafür nicht. Schon bei den Feierlichkeiten zum Kriegsende waren viele von ihnen nicht mehr dabei, sondern warteten in erbärmlichen Lagern auf den Rücktransport in ihre Heimat. Obwohl etwa die Truppen des Freien Frankreichs zeitweise mehrheitlich aus Afrikanern bestanden, wollte Charles de Gaulle 1945 junge Franzosen als Befreier feiern lassen, was auch die medialen Bilder prägte. Und bei der Zahlung von Kriegs- und Invalidenrenten werden Kolonialsoldaten aus allen Kontinenten bis in die Gegenwart benachteiligt.
 

 
Schützengraben in Frankreich 1939 Das Rheinische JournalistInnenbüro in Köln und Recherche e.V. setzten sich zum Ziel, diesen vergessenen Aspekt der Weltkriegsgeschichte einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Nach dem Buch «Unsere Opfer zählen nicht» – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg sowie Unterrichtsmaterialien konzipierte das Team um Karl Rössel die Wanderausstellung «Die Dritte Welt im Dritten Weltkrieg». Sie thematisiert mit Fotos, Texten, Video- und Hörstationen verschiedene Aspekte der bedeutenden Rolle der Dritten Welt im Zweiten Weltkrieg. Erstmals gezeigt wurde die Wanderausstellung im September 2009 in Berlin, seither folgten weitere Stationen in Tübingen, Wuppertal, Osnabrück und Köln.

Spahi mit Mädchen Für die Schweiz exklusiv gastiert die Ausstellung vom 26. Februar bis zum 27. März 2011 in Luzern, wo sie um ein lokales Kapitel ergänzt wird. Die Schweiz blieb von Gefechten zwar verschont, war während des Krieges aber mit weit über tausend Soldaten aus der Dritten Welt konfrontiert. In Triengen im Kanton Luzern etwa waren im Sommer 1940 nordafrikanische Spahis interniert. Viele Schweizerinnen und Schweizer kamen während der Kriegsjahre zum ersten Mal in Kontakt mit Menschen aus Afrika oder Asien, deren Erscheinungsbild und Bräuche ihnen fremd waren.

Zur Ausstellung wird ein reichhaltiges Begleitprogramm geboten. So nimmt die Abendvortragsreihe «Europas Afrika» hiesige stereotype Sichtweisen auf Afrika kritisch ins Visier. Und das moderne Tanztheater «Die vergessenen Befreier» erinnert eindrucksvoll an die Geschichte afrikanischer Soldaten in französischen Diensten.

 
 

Freitag, 25. Februar 2011, 18 Uhr – Vernissage im Historischen Museum Luzern

Rede zur Eröffnung der Ausstellung von Karl Rössel.

Sonntag, 27. März 2011, 16 Uhr – Finissage im Historischen Museum Luzern

 

Öffnungszeiten für Publikum:
Samstag, 26. Februar – Sonntag, 27. März 2011, jeweils 10-17 Uhr (Montag geschlossen).

Öffentliche Führungen:
26. Februar (14 Uhr); 27. Februar (16 Uhr); 12. März (14 Uhr); 17. März (14 Uhr); 27. März (14 Uhr),
weitere Führungen auf Anfrage

Führungen für Schulklassen:
Dienstag bis Freitag. Anmeldung erforderlich. Fr. 50.– pro Klasse
Anmeldungen für Führungen nimmt das Historische Museum entgegen.

 

Historisches Museum Luzern
Pfistergasse 24, 6003 Luzern
Postfach 7437, 6000 Luzern 7, 041 228 54 24, E-Mail, Website
Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag, 10-17 Uhr (Montag geschlossen)

Eintritt: Erwachsene Fr. 10.– | Studierende/AHV-Rentner Fr. 8.– |
Mit Schweizer Museumspass, Euro<26 oder Maestrokarte der Raiffeisenbank gratis
Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre Fr. 5.–, in Begleitung Erwachsener gratis
Für Luzerner Schulklassen Eintritt gratis, Führung zur Sonderausstellung pauschal Fr. 50.-

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