Parallel zur Ausstellung «Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg» präsentiert die Universität Luzern ein reichhaltiges Angebot an Lehrveranstaltungen, die sich verwandten Aspekten der Ausstellungsthematik widmen. Die Abteilung Neueste Geschichte des Historischen Seminars präsentiert eine ganze Reihe von Lehrveranstaltungen für ihre Studierenden und wünscht ein erfolgreiches, lehr- und erkenntnisreiches Semester. Hier folgt eine Übersicht über diese Lehrveranstaltungen, für die man sich ab 7. Februar 2011 über das Uniportal anmelden kann.
- Ringvorlesung Europas Afrika – Postkoloniale Spurensuchen, DI 17-19 Uhr, Aram Mattioli u.a.
- Vorlesung Geschichte des europäischen Rassismus 1750-1950, DO 15-17 Uhr, Aram Mattioli
- Proseminar Verdrängte Geschichten im Brennpunkt, DO 10-12 Uhr, Manuel Menrath
- Proseminar Europa retour. Aussereuropäische Reiseberichte, MO 13-15 Uhr, Bettina Hunger
- Hauptseminar Moderne afrikanische Geschichte im Film, DI 13-16 Uhr, Aram Mattioli
- Hauptseminar Der Algerienkrieg in der frz. und algerischen Erinnerung, DO 13-15 Uhr, Bettina Hunger
- Übung Der japanische Krieg in Asien und Ozeanien und seine Folgen, FR 13-17/SA 10-15 Uhr (Blockveranstaltung, 25./26.2. und 25./26.3.), Karl Rössel
Zudem empfehlen wir auch eine Veranstaltung am Ethnologischen Seminar.
- Vorlesung Geschichte der Ethnologie II, DO 10-12 Uhr, Bettina Beer
Europas Afrika – Postkoloniale Spurensuchen
| Veranstaltungsart: | Ringvorlesung / Vorlesung mit mehreren ReferentInnen (auch für GasthörerInnen offen) |
| Zeitpunkt und Ort: | Dienstag, 17.15 – 19.00 Uhr, LOE U 1.03 (Union 1.OG, grosser Festsaal) |
| Termine: | 10 Sitzungen, 1./15./22. März + 5./12./19. April + 3./17./31. Mai 2011 |
| Studienstufe: | Bachelor & Master |
| Prüfungsmodus und Credits: | Unbenotete Prüfung (in Form eines Essays), 2 CP Wer sich als Studierender im UniPortal für diese Vorlesung registriert, erhält rechtzeitig mehr Infos an die StudMail-Adresse zugeschickt. |
| Kurzbeschrieb: | Die Kolonialisierung Afrikas hat im europäischen Raum zahlreiche, teils verdeckte Spuren hinterlassen. “Afrikabilder” aus der Kolonialzeit wirken bis heute nach und prägen teilweise eine stereotype Sichtweise auf Afrika. Diese Bilder werden in der Ringvorlesung in ihren vielfältigen Erscheinungsformen analysiert, kontextualisiert und in postkolonialen Annäherungen gedeutet. Doch auch ausgeblendete und unbeachtete Geschichten sollen thematisiert werden. Denn auch sie trugen zu einer eurozentrisch verzerrten Perspektive auf Afrika bei. Detailliertes Programm siehe unter Abendvorträge. |
Geschichte des europäischen Rassismus 1750-1950
| Dozent: | Prof. Dr. Aram Mattioli |
| Veranstaltungsart: | Vorlesung (auch für GasthörerInnen offen) |
| Zeitpunkt und Ort: | Donnerstag, 15.15 – 17.00 Uhr, LOE U 0.05 (Union EG) |
| Termine: | Wöchentlich, ab 24. Februar 2011 |
| Studienstufe: | Bachelor & Master |
| Prüfungsmodus und Credits: | Unbenotete Prüfung (Sitzung vom 26. Mai), 2 CP |
| Kurzbeschrieb: | Diese Vorlesung gibt einen problemorientierten Überblick über die Geschichte des europäischen Rassismus zwischen dem Beginn der europäischen Expansion im 16. Jahrhundert und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach einer theoretischen Klärung des Phänomens sollen mittels exemplarischer Fallstudien die Ursachen, spezifischen Kontexte, Erscheinungsformen und Funktionen rassistischer Praktiken näher in den Blick genommen werden. Zentral wird die These sein, dass der rassistische Denkstil in der Zeit der Aufklärung entstand und damit ganz im Kontext der entstehenden Moderne analysiert werden muss. Neben dem transatlantischem Sklavenhandel und dem „Beinahetod der Ureinwohner“ (Christopher Bayly) werden zum Beispiel auch koloniale Ausbeutung, Völkerschauen und eugenisch begründete Zwangsmassnahmen thematisiert. Am Schluss des Semesters wird der so genannte Ethnopluralismus, die heute verbreitete modernisierte Spielart eines „Rassismus ohne Rassen“, einer zeitkritischen Analyse unterzogen. |
| Begleitlektüre: | - Christian Geulen, Geschichte des Rassismus, München 2007. - Christian Koller, Rassismus, Paderborn 2009. |
Verdrängte Geschichten im Brennpunkt
| Dozent: | lic. phil. Manuel Menrath |
| Veranstaltungsart: | Proseminar |
| Zeitpunkt und Ort: | Donnerstag, 10.15 – 12.00 Uhr, PFI HS 2 (Pfistergasse EG) |
| Termine: | Wöchentlich, ab 24. Februar 2011 |
| Studienstufe: | Bachelor |
| Prüfungsmodus und Credits: | Aktive Teilnahme, 4 CP |
| Kurzbeschrieb: | Geschichte begründet Identitäten, ist alltäglich präsent, wird instrumentalisiert oder verdrängt. Die Ausstellung «Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg» beleuchtet Geschichten, die in Europa weitgehend ausgeblendet wurden. Damit regt sie zu einem Perspektivenwechsel an. Im hiesigen Geschichtsdiskurs wird zwar von „Weltkrieg“ gesprochen, doch hauptsächlich kommt darin nur ein Aspekt der Welt zum Tragen, nämlich der europäische. Im ersten Teil des Proseminars befassen wir uns mit der Ausstellung und untersuchen anhand konkreter Beispiele, wie und warum Geschichten konstruiert oder unterdrückt wurden. Im zweiten Teil suchen wir nationalstaatliche oder eurozentrisch gefärbte Geschichtsbilder. Diese sollen anschliessend auf eine globale Perspektive transponiert werden. Dadurch erscheint etwa eine an sich harmlose Reduit-Nostalgie, wie die von SF DRS im Sommer 2009 produzierte Sendung „Alpenfestung“, plötzlich in einem anderen Licht. Lässt sich eine derartige Reality-Soap vor dem Hintergrund einer Megakatastrophe, die 8 mal mehr Menschenleben forderte, als die Schweiz heute Einwohner hat, rechtfertigen? Diese und viele weitere Fragen stehen zur Diskussion. |
| Begleitlektüre: | - Rheinisches JournalistInnenbüro, Recherche International e.V. (Hg.), «Unsere Opfer zählen nicht.» Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg, Berlin 22009. - Sebastian Conrad, Shalini Randeria (Hg.), Jenseits des Eurozentrismus. Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften, Frankfurt a. M. 2002. - Gerhard Hauck, Die Gesellschaftstheorie und ihr Anderes. Wider den Eurozentrismus der Sozialwissenschaften, Münster 2003. |
Europa retour. Aussereuropäische Reiseberichte über Europa im Vergleich
| Dozentin: | Dr. Bettina Hunger |
| Veranstaltungsart: | Proseminar |
| Zeitpunkt und Ort: | Montag, 13.15 – 15.00 Uhr, PFI K 1 (Pfistergasse) |
| Termine: | Wöchentlich, ab 21. Februar 2011 |
| Studienstufe: | Bachelor |
| Prüfungsmodus und Credits: | Aktive Teilnahme, 4 CP |
| Kurzbeschrieb: | Über den europäischen Blick auf fremde Kulturen ist schon viel geschrieben worden. In diesem Proseminar werden die Rollen getauscht und die Reiseberichte aussereuropäischer Reisender über Europa werden denjenigen europäischer Reisenden in aussereuropäischen Ländern gegenübergestellt. Es soll der Frage nachgegangen werden, ob sich im gekreuzten Blick dieselben Wahrnehmungsmuster zeigen, oder ob Unterschiede im Umgang mit Fremden erkennbar sind. Treten Europäer fremden Kulturen eher mit Ablehnung und Überheblichkeit entgegen, während Nichteuropäer Europa mit Bewunderung und Anpassung begegnen? Oder dienen Reisen in fremde Länder ohnehin mehr der Selbstreflexion über die eigene Gesellschaft als einem Interesse am Andern? Solche Fragen werden im Proseminar zunächst anhand von Reiseberichten von Ägyptern über Frankreich, von Franzosen über Ägypten, von Japanern über die Schweiz und von Schweizern über Japan aus dem 19. Jh. thematisiert. Anschliessend werden wir am Beispiel der Reiseberichte eines vornehmen und eines mittelständischen Iraners der Frage nachgehen, inwieweit neben der Herkunft auch die Art und Motivation des Reisens den Blick auf eine fremde Kultur bestimmt. Im letzten Teil des Proseminars werden wir dann die Optik einer jungen türkischen Ausreisserin, die zu Beginn des 20. Jh. ohne männliche Begleitung durch Europa reiste, mit derjenigen einer abenteuerlustigen Engländerin vergleichen, die im selben Zeitraum mit türkischen Frauen im Harem lebte. Neben den unterschiedlichen Reiseformen und Wahrnehmungsmustern der AutorInnen werden aber auch die Umstände der Publikation dieser Reiseberichte zu thematisieren sein: Während manche nur als privates Tagebuch geführt und erst viel später veröffentlicht wurden, sind andere von Anfang an für eine Oeffentlichkeit zuhause oder im bereisten Land gedacht. So werden wir neben den verschiedenen Arten des Reisens auch auf die unterschiedlichen Intentionen des Schreibens zu achten haben. |
| Begleitlektüre: | - William Gerald Beasley, Japan Encounters the Barbarian. Japanese Travellers in America and Europe, New Haven 1995. - Reina Lewis, Rethinking Orientalism. Women, Travel and the Ottoman Harem, London 2004. - Muhammed Nasser Shoukany, Orientalism and the Arab Literary Responses. Studies in Ahmad Faris al-Shidyaq, Charles M. Doughty, Joseph Conrad, Jabra I. Jabra and Tawfiq Yusuf Awwad, Ann Arbor 21994. |
Moderne afrikanische Geschichte im Film
| Dozent: | Prof. Dr. Aram Mattioli |
| Veranstaltungsart: | Hauptseminar |
| Zeitpunkt und Ort: | Dienstag, 13.00 – 16.00 Uhr, BOU Bou 4 (Kino Bourbaki) |
| Termine: | Wöchentlich, ab 22. Februar 2011 |
| Studienstufe: | Master & Bachelor (ab 3. Semester) Veranstaltung bereits ausgebucht, bitte keine weiteren Anmeldungen per Uniportal. |
| Prüfungsmodus und Credits: | Aktive Teilnahme, 6 CP |
| Kurzbeschrieb: | In diesem Hauptseminar werden wir uns mittels Spielfilmen mit ausgewählten Schlüsselereignissen der afrikanischen Geschichte zwischen der Kolonialzeit und der Gegenwart beschäftigen, etwa mit dem antikolonialen Befreiungskampf, dem südafrikanischen Apartheidregime oder dem Völkermord in Ruanda. Die Filme, die ausnahmslos von afrikanischen Regisseuren stammen, werden wir nicht auf ihre Sichtweisen analysieren, sondern auch auf ihren historischen Aussagewert prüfen. Ziel ist es, postkoloniale Zugangsweisen zu einem bis heute unterschätzten Filmschaffen zu erarbeiten. |
| Begleitlektüre: | - Christoph Marx, Geschichte Afrikas. Von 1800 bis zur Gegenwart, Paderborn 2004. |
Der Algerienkrieg in der französischen und der algerischen Erinnerung
| Dozentin: | Dr. Bettina Hunger |
| Veranstaltungsart: | Hauptseminar |
| Zeitpunkt und Ort: | Donnerstag, 13.15 – 15.00 Uhr, LOE U 0.05 (Union EG) |
| Termine: | Wöchentlich, ab 24. Februar 2011 |
| Studienstufe: | Bachelor & Master |
| Prüfungsmodus und Credits: | Aktive Teilnahme, 4 CP |
| Kurzbeschrieb: | Als der Algerienkrieg im März 2002, 40 Jahre nach dessen Ende, in der französischen Nationalversammlung auf die Tagesordnung gesetzt wurde, stritt das Plenum quer durch die Fraktionen mit grösster Heftigkeit darüber, wann und wie die französische Nation des Algerienkriegs gedenken solle, und auf den Publikumsrängen sassen algerische Folteropfer neben französischen Vertriebenen und Veteranen. Traumatisiert von einem verlorenen Krieg ist dieser für Frankreich noch lange nicht Geschichte. Doch auch in Algerien verstellt der patriotische Jubel über den eigenen Sieg noch immer den Blick auf die Spur der Gewalt, die dieser Krieg auch im Innern der algerischen Gesellschaft zurück gelassen hat, eine unbewältigte Vergangenheit, die sich einer traumatisierten Nation immer von neuem in blutigen Ausbrüchen in Erinnerung ruft. Von Amnesie ist im Umgang mit dem Algerienkrieg die Rede und von einem verbreiteten Bedürfnis des Vergessens, und das trotz der unzähligen Medienbeiträgen und Publikationen, die in den letzten Jahrzehnten zum Thema veröffentlicht wurden. Zwei Völker im Krieg werden auch nach einem Friedensschluss durch unterschiedliche Erinnerungen und Narrationen der Geschichte voneinander getrennt. Schon über die Bezeichnung des Konflikts ist man sich in Algerien und in Frankreich nicht einig: Was für die Algerier ein „nationaler Befreiungskrieg“ ist, nennen die Franzosen heute „Algerienkrieg“, wobei schon die Anerkennung, dass es sich bei dieser bewaffneten Auseinandersetzung um einen Krieg und nicht einfach um Terrorismusbekämpfung gehandelt habe, auf französischer Seite einiger Zeit bedurfte. In diesem Seminar soll den Gründen nachgegangen werden, weshalb die algerische und die französische Erinnerungen an den Algerienkrieg noch immer derart stark divergieren. In der Gegenüberstellung von algerischen und französischen Narrationen der Ereignisse aber soll die Komplexität dieses Krieges dargestellt und nach verbindenden Deutungen der Geschichte gesucht werden. |
| Begleitlektüre: | - Anny Dayan Rosenman, Lucette Valensi (Hg.), La guerre d’Algérie dans la mémoire et l’imaginaire, Saint-Denis 2004. - Mohammed Harbi, Benjamin Stora, Benjamin, La guerre d’Algérie, 1954-2004, la fin de l’amnésie, de la mémoire à l’histoire, Paris 2004. - Benjamin Stora, La gangrène et l’oubli. La mémoire de la guerre d’Algérie, Paris 2005. - Benjamin Stora, Les guerres sans fin. Un historien, la France et l’Algérie, Paris 2008. |
Der japanische Krieg in Asien und Ozeanien und seine nachhaltigen Folgen bis in die Gegenwart
| Dozent: | Dipl. Volkswirt Karl Rössel |
| Veranstaltungsart: | Übung |
| Zeitpunkt und Ort: | Freitag, 13.15 – 17 Uhr & Samstag, 10.15 – 12 + 13.15 – 15 Uhr, 25.-26. Februar (1. Block) & 25.-26. März (2. Block), PFI HS 1 (Pfistergasse EG) |
| Termine: | FR/SA 25.-26. Februar & FR/SA 25.-26. März 2011 |
| Studienstufe: | Bachelor & Master |
| Prüfungsmodus und Credits: | Unbenotete Prüfung, 1 CP |
| Kurzbeschrieb: | Der Zweite Weltkrieg begann im asiatisch-pazifischen Raum früher als in Europa und er dauerte dort länger. Nach der Kolonialisierung der koreanischen Halbinsel (1910) und der Besetzung der Mandschurei (1931) drangen japanische Truppen schon im Juli 1937 ins Kernland von China ein. Und während in Europa bereits am 8. Mai 1945 das Kriegsende gefeiert wurde, kapitulierte Japan erst nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Schon die gängige Terminierung des Krieges von September 1939 bis Mai 1945 verrät eine eurozentristische Sichtweise auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die sich in der Ausklammerung von Kriegsgeschehnissen, -teilnehmern und –opfern aus außereuropäischen Kontinenten fortsetzt. Dabei forderte der Krieg allein in China mehr Tote als in Deutschland, Italien und Japan zusammen. Weite Teile Asiens und der Pazifikregion standen ab 1941 unter japanischer Besatzung, Millionen Menschen mussten dort Zwangsarbeit leisten, Hunderttausende Frauen wurden in japanische Militärbordelle verschleppt. Das Blockseminar präsentiert die wenig bekannten Kriegsfolgen in Asien (Korea, China, Südasien, Indien und Philippinen) und Ozeanien (Hawaii, Neukaledonien, Neuguinea, Salomonen, Zentralpazifik und Mikronesien). Dabei stehen die Perspektiven der Betroffenen sowie Forschungen von HistorikerInnen aus der Region im Mittelpunkt, illustriert mit Fotos, Dokumentarfilmen und Originaltönen von ZeitzeugInnen. |
| Begleitlektüre: | - Rheinisches JournalistInnenbüro, Recherche International e.V. (Hg.), «Unsere Opfer zählen nicht.» Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg, Berlin 22009. (Darin: Einleitung S. 13-23 sowie Kapitel zu Asien S. 211-307 und Ozeanien S. 309-403). - Dieter Kuhn, Der Zweite Weltkrieg in China, Berlin 1999. |
Geschichte der Ethnologie II (Ethnologie des 20. Jahrhunderts)
| Dozent: | Prof. Dr. Bettina Beer |
| Veranstaltungsart: | Vorlesung (auch für GasthörerInnen offen) |
| Zeitpunkt und Ort: | Donnerstag, 15.15 – 17.00 Uhr, LOE U 0.05 (Union EG) |
| Termine: | Wöchentlich, ab 24. Februar 2011 |
| Studienstufe: | Bachelor & Master |
| Prüfungsmodus und Credits: | Unbenotete Prüfung, 2 CP |
| Kurzbeschrieb: | Diese Vorlesung soll einen Überblick über die Geschichte und die wichtigsten Richtungen und theoretischen Ansätze der Ethnologie im 20. Jahrhundert geben. Die sich verändernden Fragestellungen, Grundannahmen, Methoden und Ergebnisse werden an Beispielen verdeutlicht. Besonders Studienanfänger sollen dadurch ein grobes Gerüst zur zeitlichen und theoretischen Einordnung der wichtigsten Autoren, Arbeiten und Ansichten bekommen. Es geht bei der Vorlesung also nicht um Geschichte an sich, sondern um Wissenschaftsgeschichte als Einführung, Überblick und das Aufzeigen unterschiedlicher Möglichkeiten. Besonderer Wert wird dabei auch auf die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen von und für Wissenschaft gelegt. In diesem zweiten Teil werden – nach einem Rückblick auf die Vorläufer – die wichtigsten ethnologischen Schulen des 20. Jahrhunderts behandelt: Historische Richtungen in Deutschland, die amerikanische “Cultural Anthropology”, Strukturalismus und die britische “Social Anthropology” sowie neuere Entwicklungen. Besonders relevant hinsichtlich der Aussstellungsthematik ist die Sitzung vom 7. April 2011, in der die Cultural Anthropology in den USA während des Zweiten Weltkrieg auf dem Programm stehen wird. |
| Literatur: | - A. Barnard, History and Theory in Anthropology, Cambridge 2000. - Annemarie de Waal Malefijt, Images of Man. A History of Anthropological Thought, New York 1976. - Marvin Harris, The Rise of Anthropological Theory. A History of Theories of Culture, London 1969. - H. R. Hays, From Ape to Angel. An Informal History of Social Anthropology. New York 1958. - Werner Petermann, Die Geschichte der Ethnologie. Wuppertal 2004. |
